Über UNS

oder: Wie wir auf den Hund kamen...

Ich war schon immer ganz verrückt nach Tieren, vorallem nach Hunden. Schon als Kind habe ich mir immer die Hunde aus der Nachbarschaft zum Gassigehen geholt, und der Hund von meiner Oma war - wenn auch nicht sonderlich erzogen - meine erste große Hundeliebe. Ein eigener Hund war immer mein Traum - aber es war einfach nicht möglich.

Bei meinem Mann sah das etwas anders aus. Tiere waren nur im Zoo ganz nett. Mit viel Überredungskunst waren zwei Kaninchen drin, aber bitte nur im Garten. Aber immerhin hat er sich mit den Beiden angefreundet und sogar ein tolles Freigehege gebaut.

Dann kam er eines Tages nach Hause und erzählte, dass sie auf der Arbeit jetzt einen Hund hätten. Eine Arbeitskollegin hatte die Erlaubnis bekommen ihn mitzubringen. Er wäre noch ganz klein und total wuschelig. Aber den Rassenamen wußte er nicht. Ab da kam er immer häufiger nach Hause und schwärmte von Iki. Der wäre ja so lieb und würde den ganzen Tag auf seiner Decke liegen. Wäre aber trotzdem aufmerksam und total gelehrig. Außerdem würde er jeden Fremden melden, so dass jetzt keiner mehr Gelegenheit hätte, unbemerkt in die Büroräume zu gelangen.

Es dauerte doch noch eine ganze Weile bis ich Iki dann persönlich kennen lernte. Nur leider war er zu dem Zeitpunkt schon geschoren, aber trotzdem war ich von seinem Wesen sehr angetan und befragte die Besitzerin ausführlich über die Rasse. Sie zeigte mir ein Fotoalbum, das sie vom Züchter bekommen hatte und hier sah ich dann den PON in seiner vollen Pracht. Allerdings hatte ich von der Rasse noch nie gehört.

Als ich dann wieder zu Hause war, habe ich erstmal den Rechner angeschmissen und gegoogelt. Und je mehr Seiten ich mir angesehen habe, um so mehr verliebte ich mich in die Rasse. Ab da steigerten wir uns immer mehr in das Thema hinein - mein Mann genauso wie ich. Nur wie sollten wir das bewerkstelligen. Wir waren beide berufstätig und immer erst spät zu Hause. Dann waren wir auch an den Wochenenden immer viel unterwegs - was man aber einschränken oder in andere Bahnen lenken könnte. Aber einen Hund anschaffen ginge nur, wenn ich ihn mit zur Arbeit nehmen durfte.

Leider war auch das erstmal nicht möglich - also haben wir das Thema Hund auf Eis gelegt. Es dauert ja nur noch 20 Jahre bis Ralf in Rente geht, dann könnten wir ja immer noch einen Hund kaufen. Allerdings hatte ich schon fast eine ganze Bibliothek an Hundebüchern und Zeitschriften und auf einmal hatte ich auch die VDH-Messe in Dortmund für mich entdeckt...

Und dann ging es doch schneller. Ich bekam die Erlaubnis einen Hund mit zur Arbeit zu nehmen.

Jetzt wurden sämtliche Bücher wieder rausgekramt, Neue gekauft und die Interneitleitung glühte wieder, auf der Suche nach Welpen. Eine Woche später war dann auch wieder die Bundessiegerausstellung in Dortmund. Dort knüpfte ich die ersten Kontakte zu Züchtern. Wir machten einen Termin, um die PON´s noch näher kennen zu lernen und auch an einem PON-Spaziergang nahmen wir teil. Das alles festigte unsere Entscheidung für diese Rasse. Die Reaktion der Kinder war sehr unterschiedlich. Der Kleine war ganz begeistert, der Große jedoch konnte sich mit dem "Fellmonster" nicht so ganz anfreunden.

Und dann war auch ein Züchter gefunden, der im Mai einen Wurf erwartete und wir ließen uns auf die Interessentenliste setzen. Endlich war der Wurf da - zwei Rüden und vier Hündinnen. Wir hatten uns für einen Rüden entschieden, waren aber an zweiter Stelle. Als die Welpen vier Wochen alt waren, machten wir uns auf den Weg nach Ratekau. Wir wurden von den Züchtern herzlich empfangen und die vier erwachsenen Hündinnen begrüßten uns lautstark. Die Kleinen waren die reinste Wonne. Die Erstinteressenten für die Rüden waren einen Tag vor uns da gewesen und hatten sich ihren schon ausgesucht, also blieb noch einer. Aber das war egal, Noar war soooo süß. Ich durfte ihn auf den Schoß nehmen und mit ihm kuscheln. Die Entscheidung war gefallen!

Jetzt hieß es noch weitere vier lange Wochen warten, bis wir unseren Wauzi abholen durften. Ich weiß noch, dass ich das ein oder andere Mal kurz davor war, doch noch mal an einem Wochenende die Welpen besuchen zu fahren, aber es war einfach doch verdammt weit.
Dann endlich war es soweit, an einem Samstag im August 2008 durften wir unseren Kleinen abholen. Wir waren total aufgeregt, ich wahrscheinlich mehr als Ralf. Die Transportbox fürs Auto war gekauft, ebenso eine Leine und natürlich Näpfe und Leckerchen. Als erstes Körbchen hatten wir einen Karton entsprechend hergerichtet. Also ab nach Ratekau. Der erste Halt war natürlich bei Jegorenkos. Mein Gott, waren die Kleinen gewachsen. Wir hatten sie ja jetzt vier Wochen nicht gesehen. Es waren schon kleine Racker draus geworden. Noar lag unterm Couchtisch und knabberte an einem Rinderhautknochen, den er schön mit den Pfoten festhielt. Ich wollte gar nicht ohne ihn gehen. Aber wir haben uns dann doch losgerissen und sind in unser Hotel gefahren. Die Nacht habe ich kaum geschlafen. Immerhin sollten wir am nächsten Tag zu dritt wieder nach Hause fahren. Ich war total nervös. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen dann, war es endlich soweit. Bei Jegorenkos gab es noch Kaffee und viele Tipps. Natürlich auch Futter für die ersten Tage. Zur gleichen Zeit wurde noch eine Hündin abgeholt.

Der Abschied war tränenreich aber dann saßen wir mit unserem Nachwuchs und nach dem Versprechen in Kontakt zu bleiben,
im Auto auf dem Weg nach Hause. Ich hatte mich zu Noar auf die Rückbank gesetzt. Er lag in seiner Transportbox, allerdings hatte ich die Seitenklappe aufgelassen und konnte ihn streicheln. Er war ein braver kleiner Beifahrer. Auf halber Strecke haben wir noch eine Pause eingelegt aber dann ging es auch schon weiter.

Zu Hause angekommen, hat sich unser Wauzi erstmal alles in Ruhe angesehen. Bis zum Schlafengehen war auch alles gut. Ich hatte gelesen, dass die ersten Nächte in der Transportbox oder einem Karton, aus dem die Kleinen nicht so schnell ausbrechen können, sehr hilfreich wäre. Also den Wauz in die Box gesetzt, zugemacht und Licht aus. Es dauerte allerdings nicht lange, da fing er bitterlich an zu weinen und zu schimpfen. Das blöde Ding mochte er so ganz zu nun absolut gar nicht. Alles ignorieren brachte nichts. Ich hatte mir die Woche frei genommen, aber Ralf musste Arbeiten. Also ab mit dem Hund ins Wohnzimmer. Doch auch hier beruhigte er sich erst, als ich die Tür der Box aufgemacht hatte und er raus konnte. Also, alles mit Zeitungen abgedeckt und schlafen gelegt. Zwischendurch noch mal kurz raus zum Pippi machen und so konnten sogar wir beide doch noch etwas schlafen.

Ab da durfte sich Noar seinen Schlafplatz im Schlafzimmer (bei geschlossener Tür) aussuchen, wir konnten schlafen und wenn er Pipi musste haben wir das auch mitbekommen.

Die ersten Wochen waren für uns als Ersthundebesitzer natürlich super spannend und aufregend. Und wie viele Menschen man auf einmal kennen lernt, wenn man regelmäßig mit dem Hund auf dem Feld seine Runden dreht. Aber natürlich lernt man nicht nur Menschen, sondern auch seine Umgebung etwas intensiver kennen.

Ich denke, Noar hat sich zu einem tollen Hund entwickelt. An einigen Dingen müssen wir noch arbeiten, aber ich weiß, dass ich viel zu oft diesen schönen braunen Augen erlegen bin und daher doch auch das ein oder andere falsch gemacht habe. Aber nichts desto trotz haben wir uns für die richtige Rasse entschieden und noch nicht einen Tag bereut. Im Büro ist er allseits beliebt und auch unser Großer hat das Fellmonster sehr in sein Herz geschlossen.

Ralf fragt mich heute ab und an: " Melli, hatten wir eigentlich jemals keinen Hund?"

 

Herausgeberin

Melanie Klein
Dreishofstraße 17
59425 Unna
E-Mail: melanie.klein[at]t-online.de