Der PON

FCI-Rassestandard

Schon vor hunderten von Jahren wurden mittelgroße, zotthaarige, robuste und sehr kluge Hunde mit fast menschlicher Intelligenz und hervorragenden Hüteeigenschaften erwähnt.

Der Polski Owczarek Nizinny - einfacher in der Aussprache kurz PON oder in der offiziellen deutschen Übersetzung "Polnischer Niederungshütehund" genannt - hat aber in in der wörtlichen Übersetzung seines Namens eine etwas andere Bedeutung.
"Owczarek" heißt "Schäferhund" und die Zusatzbezeichnung "Nizinny" heißt "Tiefland (flach)". Korrekt übertragen müsste man ihn eigentlich "Polnischer Tieflandschäferhund" nennen.

Einerseits als Wach- und Hofhunde der Bauern in Polen wurden die PONs andererseits wegen ihres tief verwurzelten Hütetriebes auch zum Hüten des „Kleinviehs“ herangezogen. Zur Arbeit in einer Schafherde wurde allerdings meist nicht der PON, sondern sein großer weißer Bruder, der Polski Owczarek Podhalanski eingesetzt.
Gezielt gezüchtet wurde der PON in Polen ab 1924, als Prinzessin Grocholska auf ihrem Gut in Planta (Ost-Polen) mit dem ursprünglichen Typ dieser Hunde eine Zucht begann. Fajka und Fryka waren ihre bekanntesten Hündinnen und Sep und Wykop die Zuchtrüden. Aus dieser ursprünglichen Zucht begann sich langsam eine eigene Rasse zu entwickeln, weitere Züchter nahmen sich dieser Rasse an.

Im zweiten Weltkrieg wurde dann allerdings fast die gesamte PON-Zucht vernichtet. Mit einigen überlebenden Hunden wurde 1948, als der polnische Verband gegründet wurde, erneut versucht, die Rasse zu retten. Dank Frau Dubrowinowa, nach deren Plan die Zucht des PON neu organisiert wurde, erhielten Züchter offizielle Unterstützung. Frau Dubrowinowa legte auch den neuen Rassestandard fest, der 1949 akzeptiert wurde. Die bekanntesten Pionierzüchterinnen waren Frau Kusionowicz und die Tierärztin Frau Dr. Hryniewicz. Die Stammhunde von Frau Hryniewicz waren Kurta und Laska, deren Sohn „Smok z Kordegardy“ wurde der „Vater der Rasse“, mit dem intensiv gezüchtet wurde, bis hin zur Inzucht. Daraufhin wurde der Rassetyp ohne Erbfehler vereinheitlicht. Die offizielle internationale Anerkennung der Rasse durch die FCI erfolgte am 5.10.1963. Nach Deutschland wurden die ersten PONs im Jahre 1972 von Jörg Haufschild eingeführt. Seitdem erfreut sich der PON in Deutschland, aber auch international, einer steigenden Popularität. Beim polnischen Hundeverband sind derzeit ca. 2.800 PONs registriert.

Durch seine große Anhänglichkeit und seinen ausgeprägten Hütetrieb und damit auch seine gänzlich fehlende Jagdleidenschaft ist der PON zu einem beliebten Begleiter seiner Menschen geworden. Er gilt als ausgesprochen klug, lernfreudig sowie treu und hält sich am liebsten in unmittelbarer Nähe seiner Familie auf. Obwohl der PON durchaus sein Zuhause pflichtbewusst bewacht, ist er jedoch kein Kläffer. Mit Kindern versteht sich der PON hervorragend, freudig und aufmerksam begeistert er sich für Spiele und neue Aufgaben. Der PON ist kein Raufer, fremden Hunden gegenüber ist er freundlich, aber reserviert. Mit anderen Haustieren hat er keine Probleme, er zeigt sich sozial und verträglich. Seine Erziehung gestaltet sich einfach, durch sein hervorragendes Gedächtnis gepaart mit seiner Klugheit eignet er sich zur Ausbildung als Begleithund und auch für „höhere“ Dienste wie z.B. als Rettungs- oder Fährtenhund. Lange Spaziergänge ohne Leine in Feld und Wald, Spiele und Beschäftigung, Planschen im Wasser und Apportieren sind seine liebsten Tätigkeiten. Auch als Begleiter beim Joggen, Radfahren oder Reiten ist der PON durch seine Robustheit, Ausdauer und kräftige Muskulatur geeignet. Beim Agility und Flyball zeigt der PON begeistert seine Intelligenz und Beharrlichkeit. Das Fell des PON ist im Gegensatz zum Bergamasker nicht filzig, sondern besteht aus dichtem, meist leicht gewellten, langen Haar mit weicher Unterwolle und sollte regelmäßig gebürstet werden. Der PON ist sehr verfressen, man sollte sehr genau auf die angemessene Ernährung achten, sonst neigt er zu Übergewicht.